Landschaft

Biber 2013 04

Naturschutz und Landnutzung sind keine Gegensätze

Wir liegen am Übergang vom Ballungsraum Rhein/Main zu den Erholungsräumen im Vogelsberg und Spessart. Unsere Landschaft ist ideal, um hier Sport und Freizeit zu erleben. Wir sind daher ständig dabei, die Rad- und Wanderwege bei uns zu verbessern und in ein regionales Netzwerk einzufügen. Uns muss bewusst sein, dass wir in einer vom Menschen geprägten Landschaft leben. Seit mehr als 2000 Jahren wird die Landschaft bei uns durch den Menschen genutzt und verändert. Der Erhalt unserer Kulturlandschaft ist eine wichtige Aufgabe, bei der aber verschiedene Interessen in Konflikt geraten können. Bei allen Maßnahmen, die wir „draußen“ umsetzen gibt es eine Flächenkonkurrenz. Wir benötigen Böden für Siedlungs- und Gewerbegebiete, die Landwirte benötigen die Böden, um Nahrungsmittel zu produzieren und um ihr Einkommen zu sichern, und auch für Naturschutzmaßnahmen benötigen wir Flächen, um die hart gerungen wird. Doch dort, wo es Defizite im Naturhaushalt gibt, muss der Mensch eingreifen. Gewässerrenaturierung, Feldholzinseln und Streuobstwiesen korrigieren alte Fehler und schaffen Strukturen, die gut für Mensch, Tier und Natur sind.

Meine Aufgabe sehe ich darin, für einen Interessensausgleich zu sorgen. Wir haben in den letzten Jahren viel landwirtschaftliche Fläche für Gewerbe verbraucht, uns aber bei der Baulandausweisung zurückgehalten und versucht, innerörtliche Potenziale zu erschließen. Wenn wir naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen benötigen, geht unsere Bemühen dahin, solche Maßnahmen zu realisieren, die der Landwirtschaft nicht wehtun, dafür aber einen hohen ökologischen Wert haben. Vor allem kümmern wir uns um die Aufwertung und Sanierung von Streuobstwiesen und um Gewässerrenaturierungen.